Essen

Quark selber machen

Quark selbst zu machen ist eigentlich das einfachste, was es gibt. Im Grunde muss man ja nur Milch in der Wärme stehen lassen. Die Milch wird sauer, stockt – wird also fest – und dann muss nur noch die Molke durch ein Tuch abtropfen.

Man braucht auch kein spezielles Zubehör, eine Schüssel, ein Sieb, ein Baumwolltuch und ein Schraubglas zur Aufbewahrung genügen.

Wir verwenden rohe Bio-Milch, die es auf dem nahegelegenen Bauernhof gibt. Die holen wir in Glasflaschen, allerdings nicht in den Literflaschen, sondern in den Flaschen von passierten Tomaten, die etwas kleiner sind und eine größere Öffnung haben. So kann man sie einfach in der Spülmaschine reinigen. Wenn wir großes Glück haben, ist die Milch noch kuhwarm – dann wird der Quark besonders schön.

Für die Herstellung von Quark braucht man die Milchsäurebakterien, die in roher Milch vorkommen. Wer nur pasteurisierte Milch zur Verfügung hat muss deshalb etwas Buttermilch, Zitronensaft oder Lab zufügen.

Wir lassen die frische Milch einfach in den Glasflaschen bei Raumtemperatur stehen, bis sie stockt. Das kann schon nach 24 Stunden der Fall sein, aber je nach Milch und Temperatur auch doppelt so lange dauern. Dann wird ein Baumwolltuch, z.B. ein Geschirrtuch, in ein Sieb gelegt, das auf eine Schüssel kommt. Die gestockte Milch wird in das Tuch gegeben und die Molke läuft in die Schüssel. Man kann das Tuch auch an den Enden zusammenbinden und über die Schüssel hängen, z. B. an einen Griff von den Küchenoberschränken.

Nach ein paar Stunden ist der Quark dann fertig. Dabei kann man die Konsistenz nach Belieben wählen: Je länger er abtropft, desto trockener wird er – man kann auch wieder etwas von der Molke einrühren, wenn er zu trocken geraten ist.

Wer seinen Quark etwas magerer haben möchte, der kann die Sahne, die sich oben abgesetzt hat, wenn die Milch gestockt ist, abschöpfen. Aus der gesäuerten Sahne kann man, wenn man will, auch noch Butter machen.

Vom Geschmack her ist der Quark aus roher Milch etwas saurer als Quark, der mit Lab hergestellt wurde – das Lab lässt die Milch stocken, ohne dass sie dabei sauer wird. Darum essen wir den Quark am liebsten pikant, wie hier mit Schnittlauch und Salz, aber wer mag, kann ihn auch für Süßspeisen verwenden. Außerdem lässt sich damit auch backen oder kochen – zum Beispiel die Quarkkeulchen schmecken mit selbstgemachtem Quark sehr gut.

Die Konsistenz ist etwas stückig – für die Kinder hab ich ihn auch schon schön glatt püriert.

Auch die Molke kann man noch weiterverwerten; wer sie nicht (immer) trinken mag, kann sie sogar ins Badewasser geben. Ich werde die nächste mal mit etwas Saft vermischt probieren, also zum trinken, nicht in der Badewanne.

Mich freut bei unserem Quark besonders, dass dabei wirklich keinerlei Müll entsteht. Denn die weiterverarbeiteten Milchprodukte sind es gerade, die bei uns noch am meisten Müll hinterlassen – Saure Sahne, Schmand, Quark etc. gibt es hier nur in Plastikverpackungen.

(Achtung! freiwillige, unbezahlte, ungefragte Werbung, wegen Verlinkung) Das Brot ist übrigens ein Lichtkornroggenbrot, das ich nach einem Rezept von Lutz Geisler vom Plötzblog gebacken hab. In unserem Unverpackt-Laden gibt es nämlich nur Lichtkornroggen und auf der Suche nach Rezepten hab ich dieses gefunden – und das Brot ist oberlecker. Und passt perfekt zum Quark.

Verlinkt bei:

Samstagsplausch

undiversell

9 Kommentare zu „Quark selber machen

    1. Liebe Karin,
      Mozzarella steht schon lange auf meiner Ausprobier-Liste! Ist deiner gut geworden? Ich hab schon einige Rezepte gelesen, mich aber noch nicht entschieden, wie ich es mache…
      Vielen Dank Dir und liebe Grüße
      Nanni

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  1. Ja! Den Plötzblog hat mir Just ein Freund empfohlen und da ich vor allem für meinen Mann jetzt mehr ohne Hefe backen möchte….
    Klar, Quark, Hüttenkäse ist eigentlich kein Hexenwerk in der Herstellung. Aber in Zeiten, wo es sogar kaum noch “ traditionell hergestellte Milch“ zu kaufen gibt, ist man eh froh, wenn man in der Umgebung wenigstens eine Milchtankstelle hat, um ab und an noch richtige Milch trinken zu können!
    Stehengelassene Milch wurde früher bei uns als „Dickemilch“ mit Zimt und Zucker zum Nachtisch. Nicht meine Wahl. Und lauwarme Milch ganz frisch würde bei uns immer sofort getrunken, manchmal hab ich auf dem Nachbarhotel sofort aus der Kanne getrunken. Dann musste der nächste garantiert am kommenden Tag wieder mit den 2 Milchkannen los. Ich hatte jetzt gerade nur das Geld für die jetzige Abfüllung dabei. Auch wenn wir nur über die Wiese und durch den Stall müssten, war es eine lästige Pflicht für uns Geschwister. Wie Du. siehst, hast Du gerade Kopfkino mit Erinnerungen ausgelöst.
    Liebe Wochenendgrüsse 🙂
    Nina

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    1. Liebe Nina,
      ich backe gerade ganz viel vom Plötzblog und entdecke ganz viele tolle Rezepte…
      Bei uns auf dem fränkischen Dorf ist das mit der Milch noch relativ einfach – obwohl natürlich trotzdem wenige Leute die Milch direkt beim Bauern holen… allerdings mag ich auch keine Dickmilch, aber dafür Quark und selbstgemachtes Joghurt.
      Danke für den Einblick in dein Kopfkino 😊 ja, gell, was jeder schon erlebt hat…
      Dir noch ein schönes Rest-Wochenende, liebe Grüße
      Nanni

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  2. Hmmm, ein leckeres Bauernbrot und dazu frischer Quark … ach dafür kann ich richtig ins Schwärmen kommen. 🙂 Leider wird bei uns die hier so beliebte Milchtankstelle dicht gemacht, es rentiert sich leider nicht mehr … ich hoffe das ich eine Alternative finden werde und werde dein Rezept bzw. Anleitung mal im Hinterkopf behalten.

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea

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    1. Liebe Andrea,
      oh ja, das kann ich immer essen 😉
      Schade, dass eure Milchtanke zu macht – ich find es echt schade, dass es anscheinend nicht genug Leute gibt, die so was nutzen. aber du findest bestimmt was anderes!
      Viele liebe Grüße,
      Nanni

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