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Schweinebraten im Mai

Ja, eigentlich sind die Kartoffelklöße mein Jahresprojekt, aber von denen gibt’s noch keine guten Nachrichten und kein perfektes Rezept – nur einen kleinen Tipp.

Dafür erfahrt ihr heute mein klassisches Schweinebraten-Rezept, ganz einfach und auch in großen Mengen zu machen – sogar im Zeltlager habe ich schon Schweinebraten für 100 Leute gemacht. Und er funktioniert auch über Nacht bei niedriger Temperatur.

Schweinebraten klassisch

Zutaten:

  • Schweinebraten aus dem Nacken
  • Butter
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • Gewürze nach Geschmack (klassisch sind Kümmel und Beifuß)
  • Knoblauch nach Geschmack
  • Senf nach Geschmack
  • Karotten
  • Zwiebeln
  • Sonstiges Suppengemüse nach Geschmack
  • Bier oder Wein nach Geschmack, sonst Wasser

Wie man an den Zutaten schon sieht, kann man den Braten beliebig variieren. Ich mache meistens die ganz einfache Art.

In einem ofenfesten Topf oder Bräter das Fleisch in Butter und Olivenöl anbraten, dabei auch salzen. Wenn alle Seiten schön braun sind, grob geschnittene Zwiebeln und Karotten zugeben und noch ein bisschen anbraten.

Dann mit etwas Flüssigkeit aufgießen, evtl. nachsalzen und aufkochen lassen. Wer mag bestreicht hier das Fleisch mit Senf und gibt weitere Gewürze zu. Sobald die Flüssigkeit kocht, den Topf bei 180°C in den Backofen stellen.

Ab und zu mit Bratensaft begießen oder neue Flüssigkeit nachschütten – nicht zu viel, dass es verwässert, aber natürlich auch nichts reinbrennen lassen.

Je nach Größe des Bratens variiert die Bratzeit. Ein Bratenthermometer hilft herauszufinden, wann das Fleisch eure gewünschte Kerntemperatur erreicht hat; dabei gilt:

  • 55° für Franzosen 😉
  • 60° rosa
  • 65° etwas rosa – für den durchschnittlichen Deutschen 😀
  • 70° durch – wer auf Nummer sicher gehen will
  • über 80° wird das Fleisch trocken

Wenn das Fleisch gar ist, die Sauce zubereiten. In Franken reicht man zum Schweinebraten traditionell eine ungebundene Sauce, aber wir mögen es gerne etwas dickflüssiger. Ich püriere heimlich einen Teil des Gemüses in die Sauce und gebe etwas Speisestärke (in kaltem Wasser angerührt) in die kochende Sauce, bis die Konsistenz passt.

Alternativ über Nacht bei Niedrigtemperatur:

Das Fleisch am Abend richtig ordentlich von allen Seiten anbraten, aus dem Topf nehmen und im restlichen Fett (oder noch etwas mehr) das Gemüse gar braten (das ist wichtig, weil das Gemüse bei 70° nicht durch wird). Dann Fleisch, Gemüse, Gewürze und Flüssigkeit in den Topf geben und über Nacht bei 70°C (oder 65°, wenn ihr etwas risikofreudiger seid) in den Backofen stellen. (Evtl. vorher prüfen, ob die tatsächliche Temperatur im Backofen stark von der eingestellten abweicht.) Ich hatte den Braten schon vom Abend bis zum nächsten Mittag bei 70° im Ofen und er war nicht zu stark gegart oder trocken. Wenn ihr wirklich 65°C im Backofen habt, kann das Fleisch fast beliebig lange da drin bleiben – es wird sicher nicht heißer werden als die eingestellte Temperatur…

Im Grunde kann das Fleisch dann direkt auf die Teller – wer die Sauce noch verfeinern will, legt das Fleisch auf einer Platte zurück in den Ofen (bei gleicher Temperatur und kocht die Sauce ein, püriert das Gemüse, dickt mit etwas Speisestärke an, würzt… bis alles passt.

Kartoffelklöße

Im Mai hab ich das bisher beste Rezept für rohe Kartoffelklöße, nämlich mit halb rohen und halb gekochten Kartoffeln, nochmal mit einer anderen Kartoffelsorte ausprobiert. Der Teig war wunderbar und ich hab schöne Klöße daraus geformt, mit frisch angerösteten Weißbrotwürfeln in der Mitte. Zum Glück hatte ich dann den Impuls, einen Probeknödel zu kochen – und der hat sich im Wasser direkt aufgelöst! Toll. Aber zum Glück hab ich nicht alle auf einmal rein, so waren also noch Klöße übrig, die ich nicht ins Wasser stecken wollte.

Ich hab sie dann flachgedrückt und in viel Butter in der Pfanne langsam gebraten. Das war richtig lecker und hat auch der Hälfte meiner Kinder geschmeckt. Damit war das Mittagessen gerettet, aber die Suche nach dem richtigen Kloßteigrezept geht weiter…

Stoffreste aufbrauchen

Anfang des Monats hab ich gleich einen ganzen Berg Stoffreste vernäht: Zwei kurzärmlige Shirts für mich und ein T-Shirt mit Taschen für Kind 4 sind daraus geworden. In meinem Sweatshirt- und French-Terry-Stoff-Schrank-Eck ist jetzt tatsächlich etwas mehr Platz! Und eine Mütze für Kind 4 ist auch noch rausgesprungen.

Upcycling

Aus alten Küchenhandtüchern mit riesigen Rissen hab ich romantische Spüllappen genäht.

Das war der Mai! Jetzt wird es Zeit, dass ich mir was für den Juni ausdenke – bzw. aus den Ideen, die ich habe, etwas auswähle… Hier beginnt nächsten Montag die Schule für alle und ich kann mir ein Leben ohne 4faches Homeschooling gar nicht mehr vorstellen.

Verlinkt bei der Sammlung der Jahresprojekte bei der Zitronenfalterin.

13 Kommentare zu „Schweinebraten im Mai

  1. Ohhhh fränkische Glöööß, da muss ich gleich mal die vorherigen Posts nachlesen. Ich liebe sie und bin schon a weng traurig, dass ich meinen Franken-Urlaub storniert habe. Leider lohnt sich ein Schweins- oder anderer Braten für meinen Single-Haushalt nicht, aber Dein Rezept klingt verführerisch. Liebe Grüße aus Oberbayern von Christine

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    1. 🙂 leider hab ich noch keine richtig guten Klöße hinbekommen – aber das Jahr geht ja noch weiter und ich hab auch noch ein paar Ideen…
      (Braten würde ich für mich allein auch keinen machen.)
      Wie schön, dass Du Urlaub in Franken geplant hast! Wo wolltest Du denn hin?
      Liebe Grüße zurück nach Oberbayern,
      Nanni

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    2. Ich wollt‘ ins fränkische Seenland, da fahren wir – in Abständen – schon seit 26 Jahren hin. Letztes Jahr war’s auch schon nichts – ein bisserl „Heimweh“ hab ich schon. Liebe Grüße, Christine

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    1. Liebe Andrea,
      ja, die aufgebratenen, übriggebliebenen Klöße sind fast noch beliebter als die frischen ;). Ich hoffe, dass ich wirklich ein bestes Rezept finde!
      Liebe Grüße
      Nanni

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  2. Liebe Nanni,
    der Schweinebraten klingt richtig gut.
    Die letzten Male habe ich ihn immer im Bratschlauch zubereitet.
    Das klappt auch ganz prima – und man spart sich das Anbraten.
    Gebratene Klöße sind mal ganz was anderes.
    Mal gut, dass dir die Idee dazu kam und dass sie in der Pfanne gar geworden sind.
    Claudiagruß

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    1. Liebe Claudia,
      Vielen Dank! Einen Bratschlauch ab ich noch nie verwendet – vielleicht sollte ich das auch mal versuchen.
      Eigentlich werden bei uns nur übriggebliebene Klöße angebraten – aber so waren sie eigentlich echt lecker – wenn auch nicht sehr traditionell. Und es sind wieder alle satt geworden 😉
      Liebe Grüße Dir,
      Nanni

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  3. Hallo Claudia,
    danke für das Rezept. Ich gebe zu, bei den Klößen greife ich immer zum fertigen Kloßteig aus der Kühlung (der aus Thüringen). Ich bin schon sehr gespannt auf dein perfektes Kloßteig-Rezept.
    Liebe Grüße
    Ivonne

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  4. Der Schweinebraten sieht richtig lecker aus, das Rezept werde ich mal versuchen. Danke dafür. Klöße würde ich auch mal gerne selbst machen, bisher nehme ich die immer aus der Tüte und habe es auch schon mal geschafft, dass sich alle in Wasser aufgelöst haben. Das war doof, denn mir fehlte dann die Beilage zum Fleisch.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Lieber Wolfgang,
      Vielen Dank! Es ist einfach unpraktisch, wenn die Klöße beim Kochen verschwinden – aber das geht manchmal schneller als man schaut…
      Ich bin gespannt, ob ich mal gute selbstgemachte Klöße hinbekomme – momentan schaut es noch nicht so aus, aber ich probiere weiter.
      Dir auch ein gutes Wochenende und viele liebe Grüße,
      Nanni

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  5. Waldviertler Reiberknödel

    75 dag mehlige Erdäpfel
    25 dag Erdäpfel, am Vortag gekocht
    Salz
    1 EL Stärkemehl

    Rohe Erdäpfel schälen, in eine Schüssel mit kaltem Wasser reiben (daher der Name Reiberknödel) und etwa 15 Minuten stehen lassen, bis sich die Stärke am Boden abgesetzt hat. Erdäpfel abseihen, mit Hilfe eines Küchentuchs gut ausdrücken. Wichtig: Die Erdäpfelstärke, die sich abgesetzt hat, für die Weiterverarbeitung des Teiges beiseite stellen.
    Gekochte Erdäpfel schälen, durch eine Erdäpfelpresse drücken und mit den ausgedrückten, rohen Erdäpfeln, der abgesetzten Stärke, Salz sowie dem Stärkemehl rasch zu einem glatten Teig verarbeiten.
    Aus dem Teig mit nassen Händen 8 Knödel formen, in kochendes Salzwasser einlegen und bei geringer Hitze etwa 30 Minuten kochen.
    Zum Ausprobieren 🙂

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    1. Liebe Silvia,
      perfekt – das wird mein Rezept im Juni! Hab noch alte mehlige Kartoffeln – die neuen sind ja immer erstmal festkochend… Wenn sie meinen schwer zufriedenzustellenden Kindern schmecken, werden sie eingefränkischt 😉
      Vielen Dank Dir und liebe Grüße,
      Nanni

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