Essen · Kuchen

Cuisine francaise: Schoko-Kuchen – Gâteau reine de Saba

Ein dunkler Schokokuchen mit weicher Mitte – den kann man eigentlich immer essen. Er schmeckt direkt aus dem Ofen, lauwarm oder kalt. Man kann ihn noch mit einer Glasur bedecken, aber für alle Tage kann man sich das auch sparen.

Mein Versuch, ohne weißen Zucker und ohne weißes Mehl zu backen – darum habe ich auch auf gekaufte Schokolade verzichtet – gelingt bei diesem Kuchen sehr gut. Mein Rezept basiert auf dem von Julia Child – aber viel ist davon nicht mehr zu erkennen. Auch die Herstellung des Teigs hab ich umgekehrt angefangen, das Ergebnis finde ich aber super – schokoladig, cremig – um einiges weniger süß (wer es süßer mag, gibt einfach mehr Mascobado oder anderen Zucker dazu!), aber sonst kaum vom Original zu unterscheiden.

Mit dem Ersetzen des Mehls bin ich noch am Experimentieren. Nachdem ich oft noch 70g gemahlene Mandeln und 50g Dinkelmehl verwendet habe, die Mehlmenge dann immer weiter reduziert habe, bin ich nun dabei, nur noch geriebene Mandeln zu verwenden. Eine neue Idee hab ich auch noch gefunden: La bonne cuisine de Madame E. Saint-Ange verwendet auf 125g Mandeln 50g farine de gruau – ich hab keine Ahnung, was das ist – weiß es jemand von euch? – gruau heißt Grütze, aber aus welchem Getreide? Am ehesten kann ich mir Hafer vorstellen und werde den nächsten Kuchen mal mit einem Teil Hafermehl probieren. Aber die nur-Mandel-Variante funktioniert hervorragend und schmeckt perfekt:

  • 50g Kakaobutter
  • 50g Kakao
  • 110g Butter

in einem Topf bei niedriger Temperatur schmelzen und gut mischen.

  • 3 Eiweiß mit
  • 1 Prise Salz steif schlagen,
  • 60g Mascobadozucker einrieseln lassen und die Masse lange und fest aufschlagen, so dass sich der Zucker gut aufgelöst hat.

Die Butter-Schoko Mischung vorsichtig und langsam dazu geben, verrühren – aber nicht zu lange.

  • 3 Eigelb unterrühren.
  • 120g fein gemahlene Mandeln unterheben

Den Teig in eine gebutterte runde Form mit 20cm Durchmesser füllen. Ich verwende eine Auflaufform mit nur 16cm, da wird er relativ hoch – geht aber auch…

Bei 180°C ungefähr 20-25 min backen – der Kuchen soll am Rand fest und in der Mitte noch etwas weich sein – man kann auch eine Stäbchenprobe am Rand (da sollte das Stäbchen sauber sein) und in der Mitte (da darf es noch fettig sein) machen.

Warum der Kuchen nach der Königin von Saba benannt ist weiß ich nicht, aber ich vermute, es könnte mit dem folgenden Zitat aus dem 1. Buch der Könige (Bibel) zu tun haben. Im Kapitel 10, Verse 4-5 steht (gekürzt!): „Als die Königin von Saba alle Weisheit Salomos sah (…) und die Speisen für seinen Tisch (…), da stockte ihr der Atem…“ Ich denke, damit ist hinreichend belegt, dass der Kuchen wirklich breathtaking – à vous couper le souffle – atemberaubend ist. 😉

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Wenn auch für uns die Grenzen noch zu sind, darf wenigstens der Gâteau Reine de Saba nach Frankreich reisen: dorthin geht im Mai die kulinarische Weltreise, organisiert von Volker. Hier gibt es noch mehr französische Rezepte:

Volker von Volkermampft mit Boeuf Bourguignon – das französische Gulasch
Britta von Backmaedchen 1967 mit Clafoutis-französischer Kirschauflauf
Ulrike von Küchenlatein mit Rezension Poilâne: The Secrets of the World-Famous Bread Bakery
Ulrike von Küchenlatein mit Sauerteigbrot im Poilâne-Stil
Susanne von magentratzerl mit Galette mit Sardine und eingelegter Zitrone
Susanne von magentratzerl mit Gefüllte Artischocken
Susanne von magentratzerl mit Kouign patates – Bretonische Kartoffel-Käseplätzchen
Tina von Küchenmomente mit Financiers aux myrtilles – Kleine Mandelkuchen mit Blaubeeren aus Frankreich
Ronald von Fränkische Tapas mit Tarte Tatin
Conny von Mein wunderbares Chaos mit Cannelés Bordelais
Sylvia von Brotwein mit Französisches Baguette – Das Original selbst backen
Sylvia von Brotwein mit Französisches Landbrot mit Sauerteig
Sylvia von Brotwein mit Crêpes Grundrezept für Teig und Crêpes Suzette
Britta von Brittas Kochbuch mit Quiche Lorraine
Britta von Brittas Kochbuch mit Axoa de Canard d’Espelette (Baskische Entenhackfleischpfanne)
Britta von Brittas Kochbuch mit Coq au Riesling
Conny von Mein wunderbares Chaos mit Tarte Dijon
Britta von Backmaedchen 1967 mit Éclairs mit Crème pâtissière
Simone von zimtkringel mit Tarte Bourdaloue
Cornelia von SilverTravellers mit Französisches Gulasch mit Pilzen und Rotwein
Wilma von Pane-Bistecca mit Geroestetes Knochenmark auf zwei Arten – Os a Moelle
Ulrike von Küchenlatein mit Orgeat-Sirup hausgemacht
Ulrike von Küchenlatein mit La Mauresque und andere französische Aperitifs
Petra von Chili und Ciabatta mit Fondant au chocolat
Susi von Turbohausfrau mit Radieschenblättersuppe
Nadine von Möhreneck mit Crème caramel (vegan)
Tina von Küchenmomente mit Französischer Himbeer-Marmorkuchen (Cake marbré framboise)
Volker von Volkermampft mit Pain au cafe – Espresso Brot
Volker von Volkermampft mit Le pain au levain – Französisches Weizenbrot
Wilma von Pane-Bistecca mit Gougeres von Alain Ducasse
Gabi von Langsam kocht besser mit Blanquette de Veau (Kalbsfrikasse aus dem Slowcooker)
Conny von Mein wunderbares Chaos mit Pain Brié
Petra von Chili und Ciabatta mit Le broufado – Schmorgericht aus der Camargue
Ulrike von Küchenlatein mit Tartine For’Bon
Petra von Chili und Ciabatta mit Chinois alsacien – Schneckekueche aus dem Elsass
Ulrike von Küchenlatein mit Straßburger Zwiebelsuppe
Ulrike von Küchenlatein mit Kastenbrot mit Pfeffer und der perfekte Toast
Tanja von Tanjas bunte Welt mit Crepe Suzette
Wilma von Pane-Bistecca mit Vanilla Caramel Madeleines
Wilma von Pane-Bistecca mit Rhabarber Tarte Tatin
Ulrike von Küchenlatein mit Avocado Tartine mit Banane und Zitrone
Petra von Chili und Ciabatta mit Königinpastetchen mit Kalbsbries und Morcheln – Bouchées à la reine, ris de veau et morilles
Britta von Brittas Kochbuch mit Chouquettes
Sylvia von Brotwein mit Galette bretonne: Grundrezept und „complète“ mit Schinken, Käse, Ei
Michael von SalzigSüssLecker mit Bretonische Vorspeisen aus Concarneau – Vive la France
Ulrike von Salon Matilda mit Matcha Macarons, Avocado, Lemon Curd
Wilma von Pane-Bistecca mit Vanilla Souffle
Volker von volkermampft mit Pain Marette (pain de campagne) – französisches Weißbrot
Volker von volkermampft mit Bouillabaisse à la Marseille – die klassische französische Fischsuppe
Katja von Kaffeebohne mit Zwiebel-Tarte
Nanni von Helden der Vorzeit mit Cuisine francaise: Schoko-Kuchen – Gâteau reine de Saba
Carina von Coffee2Stay mit Französisches Käsesoufflé
Carmen von Tanz auf der Tomate mit Le Croque Monsieur

68 Kommentare zu „Cuisine francaise: Schoko-Kuchen – Gâteau reine de Saba

  1. Meine elsässische Oma nimmt immer das Mehl von der Marke ‚ le gruau d’or‘. Ist zwar Weißmehl, aber glutenreicher und proteinreicher. Ich dagegen nehme ganz normales Mehl von der Mühle aus dem Nachbarort. Un gâteau au chocolat fondant ist immer etwas Leckeres. Juste trop bon 😊

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    1. Das ist ja interessant! Wieder ein Grund mehr, nach Frankreich zu fahren 😉 Ich nehme auch gern regionales Mehl, aber da man – und vor allem die Kinder – sowieso schon soviel weißes Mehl isst, versuch ich, es an den Stellen wegzulassen, wo es nicht unbedingt nötig ist…
      Merci et bonne soirée,
      Nanni

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    2. Liebe Nanni, ich hoffe eine Reise nach Frankreich klappt bald wieder 😊 Ich freue mich, wenn die Grenze wieder öffnet. Ich wohne in Frankreich, sehe den Rhein und den Schwarzwald rechts und die Vogesen links. Ist mir nie passiert, nicht über die Grenze zu können…
      Bonne soirée et à bientôt
      Caroline

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    3. Liebe Caroline,
      es ist echt eine krasse Zeit – bei euch an der Grenze merkt man das sicher noch mehr. Für uns ist ein Sommer ohne größere Reise aber auch ungewöhnlich – zum Glück waren wir im Herbst noch in Paris… Aber so haben wir mal Zeit die nähere Umgebung genauer zu erkunden…
      à la prochaine 🙂
      Nanni

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    1. Liebe Ulrike,
      das habe ich vielleicht etwas unklar geschrieben: ich hab früher Dinkelmehl verwendet, bevor ich es ganz durch gemahlene Mandeln ersetzt habe. Danke für den Hinweis und Danke für den Link – das klingt so, als wäre es ein besonders hochwertiges Mehl aus besonderen Weizensorten.
      Liebe Grüße,
      Nanni

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    1. Lieber Volker,
      vielen Dank! Wir essen den Schokokuchen wirklich ziemlich oft – manchmal sogar als Frühstück 😉 Und mit dem Mehl hab ich jetzt noch was dazugelernt – beim nächsten Frankreichbesuch werd ich mal danach Ausschau halten.
      Viele Grüße
      Nanni

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  2. Liebe Nanni, es gibt ein, zwei Kuchensorten, bei denen ich zu jeder Tages- und Nachtzeit zugreifen würde. Ich habe das deutliche Gefühl, dein Gâteau reine de Saba ist soeben ganz oben auf diese Liste gerutscht.
    Liebe Grüße

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  3. Hallo Nanni,
    Schokokuchen lässt sich ja gut ohne Mehl backen und Deiner sieht sehr lecker aus. Und Kuchen geht ja bekanntlich immer.
    Liebe Grüße
    Katja aka Kaffeebohne

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  4. Ich fühle mich gerade wie die Königin von Saba: Mir stockt der Atem, mir fehlen die Worte und die Finger schweben quasi bewegungslos über der Tastatur. In einem Wort: LECKERST!!!

    Liebe Grüße
    Britta

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    1. Liebe Ulrike,
      vielen Dank! Der Gâteau ist hier ein Dauerbrenner – und Mascobado ist echt toll – wenn du dafür noch Ideen brauchst, kannst du dich gern umschauen…
      Liebe Grüße,
      Nanni

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  5. Hallo Nanni,
    toll,dass uns auf der Frankreich-Tour einige „neue“ Blogs begleiten. Deinen Blog kannte ich zum Beispiel noch gar nicht. Deine Version von glutenfreiem Schokoladenkuchen kannte ich jetzt noch gar nicht, aber das Ergebnis sieht ja superlecker aus. Auf meinem Blog gibt es übrigens auch einen glutenfreien Schokokuchen (ist ein Gastbeitrag), der von den Lesern hochgelobt wird. Vielleicht ist der ja auch was für dich?.
    Ich hoffe, wir „sehen“ uns auf der kulinarischen Weltreise jetzt öfter 🙂
    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Liebe Tina,
      Vielen Dank! Gerade hab ich mal bei deinem Schokokuchen vorbeigeschaut, der auch sehr lecker aussieht. Ich hab halt einfach ein erprobtes Rezept nach meinen Vorstellungen abgewandelt… Bei so saftigen Kuchen mit Schoki und Mandeln kann man sich das Mehl (und das Gluten) echt sparen, finde ich.
      Liebe Grüße,
      Nanni

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  6. Liebe Nanni,
    damit könnte ich mich einreiben, das sieht vorzüglich aus!
    Ich verehre Julia Child ja ein bisschen und habe zu Weihnachten ihre Werke fast in Originalausgabe bekommen. Noch traue ich mich nicht ran, aber bald, ganz bald.
    Und vielleicht fange ich mit dieser schokoladigen Köstlichkeit an, ein Königreich für Schokolade!
    Liebe Grüße
    Carina

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    1. 😀
      Liebe Carina,
      ich mag die Idee von Julia Child, dass ganz normale Leute richtig leckeres französisches Essen kochen können sollten. Ich hab nur ein englisches Kochbuch von ihr, mit amerikanischen Maß-Angaben, die leider meine Tendenz verstärken, nichts ordentlich abzuwiegen und zu messen…
      Jedenfalls finde ich, die Reine de Saba ist ein würdiger Start – und obendrein noch schnell und lecker!
      Liebe Grüße
      Nanni

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    2. Ich bin mit Amerikanischen Mann gesegnet und daher Kummer der ewigen Umrechnung gewohnt. Ich habe Band 1 und 2 der englischen Ausgabe von 2019 (also Quatsch erzählt, das ist die Sonderausgabe 50 Jahre, nicht die Erstausgabe 😂).

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  7. Liebe Nanni,
    In meinem Rezept – aus Frankreich zu Au-Pair -Zeiten „importiert“, dann schrecklicherweise lange verschollen und zum Glück wie von Zauberhabnd mit meinen Kindern wieder gefunden -, wird statt Mehl „creme de ris“ angegeben. Ich habe dann immer Stärke verwendet, klappt super.
    Viele Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,
      Danke für den Tipp! Ja, ich hab auch solche Rezepte… ich war nach dem Abi ein Jahr in Frankreich und hab handgeschriebene Rezepte importiert, die ich bis heute nicht richtig entziffern kann.
      Liebe Grüße
      Nanni

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